
02.10.2010
Nebenwerte-Favoriten aus Österreich: Schoeller-Bleckmann
Derzeit befinde ich mich in Österreich, um vor Ort Informationen über aussichtsreiche Aktiengesellschaften zu sammeln. Ich werde Ihnen in dieser Woche fünf österreichische Unternehmen vorstellen, die etwas im Schatten der ATX-Schwergewichte stehen, aber mindestens genauso aussichtsreich sind. Viele österreichische Firmen aus der zweiten Reihe stehen zu Unrecht bei den deutschen Analysten nicht auf der Beobachtungsliste. Das hat nichts mit der Qualität der Unternehmen zu tun. Deswegen möchte ich Ihnen in dieser Woche fünf Unternehmen vorstellen, die einen genaueren Blick wert sind. Dabei geht es nicht um konkrete Kauf-Empfehlungen. Ich möchte Sie nur ermuntern, sich etwas intensiver mit diesen Unternehmen zu beschäftigen.
Weitergehende Analysen finden Sie in meinen Börsendiensten „Der Depot-Optimierer“ und „Morriens Power-Depot“. Im Rahmen der Serie habe ich Ihnen bereits RHI, Semperit, Mayr-Melnhof und Rosenbauer vorgestellt (Sie können die Artikel auf der Homepage: www.depot-optimierung.gevestor.de im Archiv nachlesen).
Schoeller-Bleckmann: Ölförderung im 21. Jahrhundert
Die Ölförderung entwickelt sich immer mehr zu einem High-Tech-Unterfangen, bei dem die benutzten Bohrinstrumente, Generatoren und Sensoren weitere Präzisionsteile benötigen, damit die Messergebnisse auch die wahren Gegebenheiten anzeigen. Das Ternitzer Unternehmen Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) sorgt dafür, dass Öl-Bohrungen möglichst perfekt funktionieren.
SBO liefert Bohrmotoren, Bohrwerkzeuge und amagnetische Bohrstrangkomponenten für die Richtbohrtechnologie. Der Vorteil von diesen amagnetischen Produkten ist, dass sie unbeeinflussbar durch magnetische Felder sind. Dadurch wird gewährleistet, dass die angezeigten Messergebnisse nicht durch Magnetfelder verzerrt sind.
Volle Bücher – Kaum Schulden
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Schoeller-Bleckmanns Geschäftsfeld derzeit aufblüht. Nachdem im Rahmen der Finanzkrise auch der Ölpreis absackte (unter 40 Dollar je Barrel), geht es jetzt sowohl mit dem Ölpreis als auch mit dem Unternehmen wieder bergauf. Der Auftragseingang lag im ersten und zweiten Quartal mit jeweils über 80 Mio. Euro auf sehr hohem Niveau.
Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres ergab sich eine Verdoppelung des Auftragseinganges, im Halbjahresvergleich stieg der Auftragseingang sogar um das Viereinhalbfache. Neben den vollen Auftragsbüchern stiegen auch Umsatz und Gewinn im Quartalsvergleich.
So zog der Umsatz im zweiten Quartal um 30,4% auf 74 Mio. Euro an. Der operative Gewinn (EBIT) stieg sogar überproportional. Im zweiten Quartal lag er mit 9,3 Mio. Euro um 92,4% über dem des ersten Quartals. Ein Teil der Gewinne wurde zur Schuldentilgung verwendet. Die Nettoverschuldung sank auf 22 Mio. Euro. Ein Schuldenstand, der angesichts der Unternehmensgröße zu vernachlässigen ist.
Schoeller-Bleckmann baut Vorsprung auf die Konkurrenz aus
SBO-Chef Gerald Grohmann hatte schon Mitte August angekündigt, dass der Konzern einen Zukauf plant. Im September wurde dann die Übernahme der in Dubai ansässigen Drilling Systems International (DSI) bekannt gegeben.
Durch die ständige Weiterentwicklung der Fertigungstechnologien hat Schoeller-Bleckmann gegenüber der Konkurrenz einen wesentlichen Vorsprung. Diesen gilt es nicht nur zu verteidigen, sondern - wenn möglich - noch zu vergrößern. Die DSI-Übernahme war ein Schritt in diese Richtung.

