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30.09.2010

Nebenwerte-Favoriten aus Österreich: Mayr-Melnhof

 

Derzeit befinde ich mich in Österreich, um vor Ort Informationen über aussichtsreiche Aktiengesellschaften zu sammeln. Ich werde Ihnen in dieser Woche fünf österreichische Unternehmen vorstellen, die etwas im Schatten der ATX-Schwergewichte stehen, aber mindestens genauso aussichtsreich sind.

Viele österreichische Firmen aus der zweiten Reihe stehen zu Unrecht bei den deutschen Analysten nicht auf der Beobachtungsliste. Das hat nichts mit der Qualität der Unternehmen zu tun. Deswegen möchte ich Ihnen in dieser Woche fünf Unternehmen vorstellen, die einen genaueren Blick wert sind. Dabei geht es nicht um konkrete Kauf-Empfehlungen. Ich möchte Sie nur ermuntern, sich etwas intensiver mit diesen Unternehmen zu beschäftigen.

Weitergehende Analysen finden Sie in meinen Börsendiensten „Der Depot-Optimierer“ und „Morriens Power-Depot“. Im Rahmen der Serie habe ich Ihnen bereits RHI und Semperit vorgestellt (Sie können die Artikel auf der Homepage: www.depot-optimierung.gevestor.de im Archiv nachlesen).

 

Mayr-Melnhof: Geschäft langweilig – Unternehmen und Aktie interessant

Mayr-Melnhof ist ein Wiener Unternehmen, das Kartons für die Verpackung von Konsumgütern herstellt. Die Geschäfte sind in die Bereiche MM Packaging und MM Karton aufgeteilt. Das Unternehmen gehört insbesondere bei Recycling-Kartons (MM Karton) zu den größten Herstellern der Welt. Auch im Bereich „Faltschachtel“ (MM Packaging) ist Mayr-Melnhof bekannt und mit Abstand größter Produzent in Europa.

Zwar ist das Geschäft unspektakulär, doch gerade die scheinbar langweiligsten Unternehmen sind oft die Besten und die Dauerbrenner an der Börse. Jeder, der schon einmal einen Persil-Karton in der Hand hatte, bei McDonald’s gegessen oder eine Schachtel Zigaretten gekauft hat, hatte bereits Produkte von Mayr-Melnhof in der Hand.

 

Kontinuierliche Kostenreduzierung zahlt sich aus

Mayr-Melnhof gehört zu den erfolgreichsten Herstellern der Branche und beansprucht auch die Kostenführerschaft für sich. Während das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 7,5% auf 1,6 Mrd. Euro hinnehmen musste, konnte das Betriebsergebnis dennoch um 9,5% auf 150 Mio. Euro verbessert werden.

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2010 waren erneut solide. Der Umsatz konnte dank der hohen Auslastung um 12,2% gesteigert werden, der Gewinn je Aktie lag jedoch mit 2,37 Euro aufgrund von einmaligen Sonderbelastungen etwas unter dem Gewinn des Vorjahreszeitraums. Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich das Management gewohnt vorsichtig, um keine zu hohen Erwartungen zu wecken.

 

Schuldenfrei und stabile Dividende

Ein Hingucker bei dieser österreichischen Nebenwerte-Perle ist die Bilanz. Mayr-Melnhof gehört nämlich zu den wenigen schuldenfreien Unternehmen an der Börse. Dadurch eröffnen sich Chancen, auch durch Zukäufe zu wachsen.

Erst im Juni meldete Mayr-Melnhof die Übernahme eines chilenischen Unternehmens. Damit soll die Position in den Wachstumsmärkten weiter gestärkt werden. Weiteres Plus: Wo andere Unternehmen in den Krisenjahren 2008 und 2009 mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen hatten und die Dividende vielfach gestrichen wurde, konnte Mayr-Melnhof die Dividende stabil halten.