ATX: Immobilien Aktien steigen. Vorbild für den DAX.

Immobilien-Aktien steigen in den ATX auf: Vorbild für den DAX

Der heutige Handelstag verlief wie fast alle Handelstage in jüngster Vergangenheit: Der deutsche Leitindex konnte sich zunächst ins Plus vor


Der heutige Handelstag verlief wie fast alle Handelstage in jüngster Vergangenheit: Der deutsche Leitindex konnte sich zunächst ins Plus vorarbeiten, doch am Nachmittag gewannen die Bären die Oberhand.

Zum Handelsschluss notierte der DAX 0,5% schwächer bei 7.131 Punkten.

Im Zentrum des Interesses stand auf der Unternehmensseite die Lufthansa-Aktie, die es nach starken Geschäftszahlen an die Index-Spitze schaffte. Marktseitig rückte der Ölpreis wieder ins Rampenlicht, der nach Berichten über eine Raffinerie-Schließung in Libyen um 2,3% zulegte.

Der Ölpreis bleibt damit auf einem hohen Niveau. Das wird der Inflationsrate Auftrieb verleihen und die Anleger weiter in die Sachwerte treiben. Wer aber in Deutschland nach guten Immobilien-Aktien sucht, um dem Inflationsszenario zu entgehen, wird im DAX  nicht fündig.

ATX Aktien: CA Immo, Conwert und Immofinanz schaffen den Sprung

Immobilienaktien sind im DAX nicht vertreten. Wer auf Immobilien in Aktienform setzen möchte, muss dafür auf Indices wie MDAX oder SDAX ausweichen.

Für den DAX reicht es schon allein aufgrund der geringen Marktkapitalisierung der Immobilien-Unternehmen nicht. Dabei wären diese Aktien eine interessante Bereicherung für den DAX.

In Österreich war es bisher nicht möglich, als börsennotierte Gesellschaft in den Leitindex ATX aufzusteigen. Diese Regelung wurde jetzt geändert.

Ab dem 21. März bereichern Immobilien-Aktien den Index. Geschafft haben den Sprung in den österreichischen Leitindex die Aktien von CA Immobilien, Immofinanz und Conwert. Absteigen werden dafür BWIN, Flughafen Wien und Mayr-Melnhof.

Übernahmewelle in der österreichischen Immobilienbranche

Die Aufnahme der Immobilien-Unternehmen war nicht unumstritten. Kritiker sagen, Immobilien sind eine eigene, langfristig ausgerichtete Anlageklasse. Daher sind sie keine „normalen“ Aktien und gehören nicht in den Leitindex.

Die Entscheidung, warum jetzt Aktien in den ATX aufsteigen dürfen, ist auch ein Ergebnis der Konsolidierungswelle in der österreichischen Immobilien-Branche.

In dem Immobilien-Index IATX befinden sich nach mehreren Übernahmen nur noch wenige Unternehmen und der Index ist dadurch nicht mehr so repräsentativ wie früher.

Index-Aufstieg für Immobilien-Anleger nur nebensächlich

Befürworter sehen keine Nachteile durch die Aufnahme von Immobilien-Aktien in die großen Aktien-Indices.

Im Gegenteil: Der Branchen-Mix könnte besser werden. In welchen Indices Immobilien-Aktien gelistet sind, spielt jedoch für viele Immobilien-Investoren keine Rolle. Es geht ihnen um eine liquide Investition in Immobilien, nicht um einen Index-Aufstieg.

Ich halte die Aufnahme von Immobilien-Aktien in den ATX für eine interessante Entwicklung. Zeigt sich, dass CA Immobilien, Immofinanz und Conwert eine Bereicherung für den ATX sind, könnte das mittelfristig ein Vorbild für den DAX sein.

Noch ist das aber nur eine theoretische Frage, da aktuell in Deutschland keine börsengehandelte Immobiliengesellschaft groß genug ist für den DAX.

 
 
 

DAX-Treiber Liquidität: Versicherer wollen Aktienanteil erhöhen

DAX-Treiber Liquidität: Versicherer wollen Aktienanteil erhöhen

Zum Wochenauftakt konnte der deutsche Leitindex mit starken Kursgewinnen aufwarten. Während in den ersten Handelsstunden noch rote Vorzeichen dominierten, übernahmen ab Mittag die Bullen das Ruder und sorgten für Kursaufschläge....


 

Aktien des LKW-Bauers MAN profitierten erneut von den Übernahme-Gerüchten und setzten sich hinter Siemens und VW an die Indexspitze. Immer mehr Analysten halten bei dem Unternehmen eine Übernahme noch im laufenden Geschäftsjahr für wahrscheinlich.

Auch die meisten anderen Aktien verzeichneten heute Kursaufschläge. Das Börsenklima bleibt weiterhin gut. Im Februar stieg der DAX den sechsten Monat in Folge. Am Kursanstieg teilhaben wollen jetzt auch verstärkt die Versicherer, die eine Reform der bestehenden Regelung verlangen.

Staatsanleihen haben ein unattraktives Chancen-Risiko-Profil

Der Grund für den neuerlichen Vorstoß hängt unmittelbar mit der europäischen Finanzkrise zusammen. Diese hat gezeigt, dass Staatsanleihen nicht so sicher sind, wie früher angenommen wurde. Die derzeitige Regelung bevorzugt die Anlageklasse jedoch so stark, dass Versicherungen ihr Portfolio zum größten Teil mit Anleihen bestücken.

Geht es nach den Versicherungen, soll damit jetzt Schluss sein. Denn der (ursprünglich richtige) Grundgedanke, dass mit der Bevorzugung von Anleihen die Sicherheitsinteressen der Anleger gewahrt werden sollen, passt nicht mehr. Vielmehr haben die europäischen Schuldenprobleme gezeigt, dass Staatsanleihen für Investoren kein besseres Chancen-Risiko-Profil aufweisen als Aktien.

Mini-Renditen machen Lebensversicherungen das Geschäft schwer

Gerade die derzeitigen Mini-Renditen machen eine Anlage in „sichere“ Staatsanleihen unattraktiv. Wenn der versprochene Garantie-Zins der Lebensversicherungsnehmer dann auch noch längerfristig über der Rendite von Staatsanleihen liegt, wird eine Anlage nicht nur unattraktiv, sondern auch noch problematisch.

Denn der niedrige Zins führt zu Verlusten bei den Versicherungsnehmern, die ein höheres Garantie-Versprechen aus Altverträgen besitzen. Die Versicherungen werden also gezwungen, den Garantie-Zins zu senken. Das führt jedoch zu einem Attraktivitätsverlust. Die Zahl der Neuabschlüsse sinkt.

Steigende Inflationsraten bergen elementares Verlust-Risiko

Lebensversicherungen sind Langfrist-Anlagen. Dadurch ergeben sich zusätzliche Risiken: Denn wie hoch die Inflationsrate im nächsten Jahr oder in 15 Jahren sein wird, kann nicht vorab berechnet werden. Wenn Lebensversicherungen jedoch ihre Portfolios fast ausschließlich mit Anleihen bestücken, kann eine steigende Inflationsrate schnell zum Verlustbringer werden.

Im Gegensatz zu Aktien, Rohstoffen und Immobilien, die als Sachwerte einen „eingebauten Inflationsschutz“ besitzen, führen hohe Inflationsraten zu erheblichen Verlusten bei Anleihen. Viele Versicherer halten bis zu 90% des Portfolios in Anleihen. Ein starker Anstieg der Inflationsrate ist also der größte Risikofaktor.

Politiker missbrauchen Lebensversicherer für ihre Schuldenpolitik

Die Politiker sind gut beraten, wenn sie die Bevorzugung von Anleihen als Hauptanlageklasse stutzen und die Aktienanlage für Versicherer attraktiver gestalten. Denn der Grundgedanke – im Sinne des Kunden zu investieren und Risiken vorzubeugen – wird damit am ehesten erfüllt. Angenehmer Nebenaspekt: Die zusätzliche Liquidität stützt die Aktienmärkte.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Politiker auch ein Interesse an einer Änderung der aktuellen Vorschriften haben. Denn die gleichen Politiker sind es, die Lebensversicherungen als Abnehmer ihrer Staatsanleihen brauchen. Denn ohne die milliardenschwere Nachfrage der Versicherer ist der derzeitige Schuldenkurs nur schwer durchzuführen. Der Staat braucht die Versicherer als Käufer für die vielen neuen Staatsanleihen. Den Mut, auf diesen Systemfehler hinzuweisen, besitzen die Versicherungen jedoch (noch) nicht.

 
 
 

Woodside Petroleum ist die neue Übernahme-Chance für BHP Billiton

Übernahme Experte Jens Gravenkötter untersucht lukrative Übernahmen

Die Übernahmewelle im Rohstoffsektor rollt weiter. Besonders das starke Anziehen der Rohstoff- und Edelmetallpreise hat diesen Trend noch einmal verstärkt.


Denn: Bei steigenden Preisen sprudeln bei Rohstoff-Giganten wie Rio Tinto, BHP Billiton und Vale die Gewinne. Deswegen wollen die Konzerne durch Übernahmen noch schnell ihre eigenen Reserven vergrößern, um sich einen möglichst großen Teil vom Kuchen abzuschneiden.

Anlegern bietet die derzeitige Übernahmewelle dabei große Chancen. Wer zum richtigen Zeitpunkt in einen Übernahme-Kandidaten investiert, kann von einem Übernahme-Angebot sehr stark profitieren. Die Vergangenheit hat gezeigt: Kursaufschläge von 30% und mehr sind keine Seltenheit.

Weltmarktführer BHP Billiton will weiter wachsen

Besonders stark engagiert ist derzeit BHP Billiton. Experten gehen davon aus, dass der britisch-australische Konzern mittlerweile rund 18 Mrd. US-Dollar in der Kasse hat. Die kürzlich geplatzte Übernahme von Potash hatte ein Volumen von 39 Mrd. Dollar und zeigt, dass BHP über die Finanzkraft verfügt, auch einen größeren Konkurrenten auszuschalten.

BHP-Chef Marius Coppers braucht nach drei gescheiterten Übernahme-Versuchen endlich einen Erfolg. Dass die kanadische Regierung die Übernahme von Potash letztendlich verhindert hat, kann man dem Manager wohl nicht vorwerfen. Trotzdem wollen viele BHP-Investoren jetzt einen großen Deal sehen. Dabei rückte auch die deutsche K+S als mögliches Übernahmeziel in das Visier vieler Analysten.

K+S ist zu klein für BHP

K+S ist derzeit die weltweite Nummer 4 im Düngemittel-Markt, hat jedoch selbst vor kurzem die Übernahme des kanadischen Kali-Produzenten Potash One (nicht zu verwechseln mit der Potash, an der BHP interessiert war) bekanntgegeben. Aktionäre des Übernahmeziels Potash One freuen sich über einen Aufschlag von 30%.

Der Aktienkurs von K+S ist seit dem Tief im Mai um über 40% gestiegen. Durch die Potash-Übernahme wurde ein Teil der Kasse geleert. Zudem hat K+S im Branchenvergleich höhere Produktionskosten. Auch nach dem neuesten Zukauf ist K+S jedoch in der internationalen Rohstoff-Branche ein relativ kleiner Fisch. Wenn BHP zum großen Schlag ausholen will, muss eine größere Übernahme folgen.

Woodside Petroleum: Royal Dutch Shell verkauft überraschend 10% Paket

Wo könnte BHP also im großen Stil zuschlagen, ohne noch einmal Gefahr zu laufen, einen Rückschlag hinnehmen zu müssen? Die Antwort liegt vor der Haustür: Die australische Woodside Petroleum. Der Öl- und Gasproduzent wäre mit einer Marktkapitalisierung von rund 24 Mrd. Euro von der Größe her genau das, was BHP jetzt sucht.

Erste Hinweise auf eine Offerte gibt es bereits. Royal Dutch Shell hat jüngst bekannt gegeben, dass ein 10%iger Anteil an Woodside verkauft wurde. Zwar ist Shell mit knapp 25% der Anteile immer noch größter Woodside-Einzelaktionär, doch auch hier signalisiert das Unternehmen, dass ein Verkauf möglich ist.

Woodside-Übernahme als „australische Lösung“

Das ist verwunderlich. Noch vor einem Jahr sagte der Shell-Chef Peter Voser, dass man ein glücklicher Investor sei, der eine langfristige Beteiligung wolle: „Langfristig bedeutet sehr langfristig“ hieß es. Jetzt der Teilverkauf an institutionelle Anleger mit dem Hinweis, dass ein kompletter Ausstieg möglich ist. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass sich BHP und Shell in der Woodside-Frage intern schon geeinigt haben.

BHP braucht eine Milliarden-Übernahme und hat nach den Problemen mit der kanadischen Regierung wohl erst einmal genug von einer internationalen Übernahme. Woodside wäre für BHP eine attraktive „australische Lösung“ und würde die Öl- und Gas-Reserven des Konzerns um 80% erhöhen. Zudem war Woodside-Aufsichtsratschef Michael Chaney selbst bis 2005 im Aufsichtsrat von BHP und galt als möglicher Nachfolger auf den Chef-Sessel. Schon bald könnte Chaney wieder zum BHP-Konzern gehören.

 
 
 

Hintergrund: Alarm - nur noch 3 sichere Staatsschuldner

Alternatives Rating mit neuer Bewertung

Welch ein erschütterndes Ergebnis: das Schweizer Analysehaus "Independend Credit View" (ICV) hat sich gegen die großen Rating-Agenturen gestellt. Es hat mit mehr als 40 Einzelfaktoren die Kreditwürdigkeit verschiedenster Staaten...


   

Ergebnisse schlechter als bei Standardagenturen

Die Ergebnisse beim Rating für Anleihen sind durchweg ernüchternder und schlechter als bei den großen Agenturen wie Moody`s oder S&P. Verantwortlich dafür sicher die große Anzahl an Faktoren sowie die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Falls Sie unbedingt Staatsanleihen kaufen wollen, dann am besten nur noch aus diesen Staaten.

Es sind Deutschland, die Schweiz und Schweden. Großbritannien: durchgefallen. Die USA: durchgefallen. Frankreich: durchgefallen. Alarmstimmung allerorten.

Zusätzliches Problem: niedrige Renditen
 
 

Staatsanleihen an sich sind bereits unattraktiv, denn: Sie erhalten oft kaum mehr als 2% Zinsen (Staats- und Laufzeitabhängig). Selbst für irische Anleihen, höchst gefährdet, erhalten Sie nicht 10% - dies wäre erforderlich - sondern weniger als 6,7%.

  
GeVestor.de meint: bei allen Staaten außer den genannten ist das Risiko viel zu hoch. Bei allen, auch wenn gelegentlich Finanzmagazine noch zum Kauf raten. Auch bei den dreien jedoch raten wir ab. Alternative sind gute Aktien mit hohen Dividendenrenditen, etwa RWE.

Spezialist für solide und dividendenstarke Aktien - auch aus der zweiten Reihe - ist Rolf Morrien. Sehen Sie sich kostenfrei auf seinem Portal "Depot-Optimierung" einfach mal um.

 
 
 

Hintergrund: Geschäfte mit der Angst - Gold mit Kapitalgarantie ein Flop

Kapitalgarantie ist Unsinn

Und wieder eine neue "Garantie"-Anleihe, die Massen an Investoren ziehen soll. Wir warnen. Der Titel "Gold-Performance-Garant-III" an sich schreckt schon ab - wir jedenfalls können uns alleine den Namen kaum merken. Dazu aber...


 

Vertrieb über Magazine funktioniert - Gold und Kapitalschutz

Immerhin ist der Auftritt des Zertifikats/der Anleihe gut vorbereitet. So empfehlen wieder Redaktionen. Eine besondere Stilblüte für Sie: "Kurssteigerungen werden eins zu eins ausbezahlt - höchstens aber bis zu 50 Prozent". Schon fragen wir uns: ja, was denn nun?

Bei näherem Hinsehen ist auch hier klar: die Bedingungen sind ungünstig. Sie können als Investor bei entsprechendem Kursanstieg bis zu 6,46% Rendite pro Jahr schaffen. 6 volle Jahre lang.

Die gute Nachricht wird zur schlechten

Allerdings ist dies bereits die schlechte Seite der Medaille: die Laufzeit ist lang. Am Ende erhalten Sie 100% Ihres Geldes wieder. Allerdings kosten schon 3% Rendite in 6 Jahren mit Zins- und Zinseszins 20% des Kapitals - das ist einfach weg.

GeVestor.de meint: Dieses Investment wäre Unsinn. 6,46% Jahresrendite ist beim Thema Gold zu wenig. Die Kapitalgarantie mit eingebautem Verlustrisiko von 20% (wie gezeigt) ist ebenfalls nichts wert. Kaufen Sie Gold einfach physisch - die Garantie ergibt sich aus der Schuldennot der Staaten. Münzen bieten sich bei kleineren Beträgen an.

Auf unserem "Depot-Optimierungsportal" finden Sie auch zum Thema Gold und Kapitalschutz genügend weitere Hinweise, um deutlich besser zu investieren. Sehen Sie sich kostenfrei in aller Ruhe um. 

 
 
 

Fonds kaufen: Ohne Ausgabeaufschlag und Depotgebühr

Fondsplattformen

Ausgabeaufschlag, die Depotgebühr, sowie Transaktionskosten: All diese Gebühren können Sie sparen - über Fondsplattformen.


Ohne Ausgabeaufschlag, Depotgebühren oder Transaktionskosten, Fonds kaufen, wer möchte das nicht? Das ist möglich und zwar mit Fondsplattformen.

Diese Fondsplattformen erreichen Sie über freie "Fondsmakler", die Ihnen kostengünstig den Zugang zu diversen Fonds ermöglichen. Achtung: die Auswahl ist nicht beliebig, sondern begrenzt. Trotzdem bietet sich für Sie ein Vergleich an.

Fondsgebühren können insgesamt schnell 3% und mehr von den Anteilspreisen ausmachen. Das heißt: Wenn Sie einen solchen Fonds nur ein Jahr lang halten, wird es inklusive Inflationsabschlag in vielen Fällen bestenfalls ein Nullsummen-Spiel für Sie.

Fonds kaufen: Gesamtkostenbelastung "TER" beachten

Denn: neben den Kaufkosten kommen noch die Verwaltungsgebühren hinzu, manchmal noch Performance-Anteilskosten von bis zu 20%. Das heißt: sparen Sie am besten, wo Sie können.

Mit Aktienfonds sind über Jahre im Durchschnitt 8% bis 10% pro Jahr drin. Bei hohen Kosten wie hier angeführt allerdings bleibt am Ende zu wenig - nach Inflation.

Ein seit Jahren bewährter Anbieter verbirgt sich etwa hinter www.fondsvermittlung.de. Auf der Website können Sie ein Informationsangebot beziehen.

Achtung: Gebührensparend mit niedrigsten Fondsgebühren sind ebenso ETFs, börsengehandelte Fonds. Hier ist oft die Verwaltungsgebühr konkurrenzlos günstig. Das heißt: je länger Sie investieren werden, desto besser sind börsengehandelte Fonds.

 
 
 

Schweiz: Goldreserven vor zehn Jahren aufgelöst

Rolf Morrien schreibt für GeVestor.de

Aktuell jährt sich die Auflösung der Goldreserven der Schweiz zum zehnten Mal. Der Goldpreis notiert seit Beginn des Monats wieder schwächer


Die Aktienmärkte haben nicht die Kraft, ein neues Jahreshoch zu erreichen. Der DAX lag heute lange Zeit gut im Rennen, aber dann reichte schon etwas Gegenwind von den US-Börsen, um den deutschen Leitindex nach unten zu drücken. Die Bullen müssen erst wieder Luft holen. Schwächer notiert seit Monatsbeginn auch der Goldpreis, zum Jubiläum der Auflösung der Goldreserven der Schweiz.

Aktuell kostet eine Unze Gold rund 100 USD weniger als noch vor 4 Wochen. Überraschend kommt das jedoch nicht. Die Sommermonate gelten traditionell als schwache Goldphase. Im Herbst und Winter glänzt das Edelmetall dann wieder.

Peinliches Jubiläum: Schweizer Goldreserven aufgelöst

Die Politiker und Notenbanker in der Schweiz dürften froh sein, wenn Gold für ein paar Monate kein neues Allzeithoch erreicht und das Jahr 2010 zu Ende ist. Der Grund: Die Schweiz feiert in diesem Jahr eine Art Jubiläum. Vor 10 Jahren wurde beschlossen, die Goldreserven zu einem großen Teil aufzulösen.

In den 90er-Jahren gehörte die Schweiz zu den größten Goldbesitzern der Welt. Die Notenbank hortete knapp 2.600 Tonnen Gold. Damit war die Schweiz hinter den USA und Deutschland das Land mit den drittgrößten Goldreserven. Beim Goldbesitz pro Kopf lag die Schweiz sogar ganz einsam an der Spitze.

Kein Wunder, dass dieser Goldschatz Begehrlichkeiten auslöste. Durch den Verkauf konnten viele, viele Wahlkampfgeschenke verteilt werden, ohne die Wähler vorher mit Steuererhöhungen belasten zu müssen.

Schlechtes Timing beim Goldverkauf

Der Goldpreis war schon damals immer für eine Achterbahnfahrt gut. Erst erreichte er ein Allzeithoch von gut 800 USD, dann stürzte der Preis auf unter 300 USD je Unze ab. Rückblickend war das Timing der Schweizer beim Goldverkauf eine Katastrophe.

Doch der Reihe nach. Mitte der 90er-Jahre kam Druck auf, das „unproduktive“ Gold, das nicht einmal Zinsen oder Dividenden abwirft, zu verkaufen. Im Jahr 1997 wurde dann offiziell eine Expertenrunde eingesetzt, die eine Reform der Währungsordnung erarbeiten sollte.

Im Jahr 1999 gab die Notenbank grünes Licht für einen Goldverkauf. Im Jahr 2000 schuf dann der Gesetzgeber die rechtliche Grundlage für den Verkauf. Zwischen 2000 und 2005 verkaufte die Notenbank 1.300 Tonnen Gold. Der Verkaufserlös lag bei gut 21 Mrd. Franken. Heute würde der Goldverkauf rund 70 Mrd. Franken bringen. Die Schweizer Notenbank hat fast den Tiefpunkt beim Verkauf erwischt.

Einige Fehler beim Verkauf waren überflüssig

Niemand wusste vor 10 Jahren, dass der Goldpreis anschließend fast nur noch steigt und von unter 300 auf fast 1.300 USD klettert. Man darf daher nicht kritisieren, dass die Notenbank, die von den Politikern beeinflusst wurde, nicht den Rekordpreis beim Verkauf erzielt hat.

Auf der anderen Seite stellt sich aber die Frage, wie sinnvoll es ist, die Goldreserven zu verkaufen, wenn der Goldpreis gerade von 800 auf 300 USD gefallen ist. Der Goldpreis wird seit Jahrtausenden gemessen, daher weiß man, dass es Schwankungen gibt. Wer verkauft freiwillig, wenn der Goldpreis direkt vorher um über 50% eingebrochen ist?

Es war absehbar, dass der Goldpreis einige Jahre später wieder Richtung 500 oder 800 USD steigen würde. Mit etwas Geduld hätte die Notenbank den Verkaufserlös zumindest verdoppeln können. Aber der Druck der Politiker, möglichst schnell auf Bundes- und auf Kantons-Ebene Geschenke zu verteilen, war offensichtlich größer.

Papiergeld ist nur das Zahlungsversprechen eines Landes

Heute gehört die Schweiz noch immer zu den größten Goldbesitzern der Welt, aber die Reserven sind mit gut 1.000 Tonnen nicht mehr so üppig. Im laufenden Jahr wurden dagegen die Devisenreserven massiv aufgestockt (wie im Schlussgong bereits berichtet).

Einige Schweizer Notenbanken könnten heute etwas ruhiger schlafen, wenn das viele Papiergeld in den Tresoren mit etwas mehr Gold abgesichert wäre. Papiergeld ist schlicht und einfach ein Zahlungsversprechen eines Landes. Gold bleibt dagegen Gold.

 
 
 

Spezial: Sommerferien - Wohnwagen - und ein Turn-Around-Kandidat

Hymer: Wohnwagen-Hersteller auf Kurs

Sommer, Sonne, Wohnwagen - so die frustrierende Gleichung für viele Autofahrer. Wer daran verdienen möchte, hat jetzt beste Chancen. Ein Turnaround-Kandidat erhält endlich wieder gute Noten: Hymer. Endlich: 2008 noch ein...


 

2008: Das Aus nahte

Hymer stand 2008 tatsächlich vor dem Aus. Das ist kein Zufall: der Wohnwagenhersteller lebt von der Konjunktur. Je besser es läuft, je höher die Einkommen, desto größer die Kaufneigung. Da jedoch die Einkommen stark geschrumpft sind, geriet das Unternehmen 2008/2009 für das betreffende Gescäftsjahr in Nöte. Jetzt aber können Sie einsteigen...

Die Meldungen sind positiv. Hymer hat sogar die Prognosen für die kommenden Monate angehoben. Der Umsatz steigt, der Gewinn steigt, die Auftragsbücher werden voller. Von wirklich jeder Seite aus hat das Unternehmen positive Nachrichten.

Einstieg vorsichtig

Vor allem: die Zahlen sind "über Plan", haben also die Börsen und die Analysten überrascht. Dazu einige Zahlen für die Jahre 2011 und 2012 - dann fallen ergebnisbelastende "Sondereffekte" weg. Dies ist vor allem der Verkauf einer französischen Tochter.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird auf - vorsichtig geschätzt - 12 fallen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) steht dann bei ungefähr 1 - genau ein Zielwert von uns. Sogar die Eigenkapitalquote wird mit gut 30 Prozent hoch sein.

GeVestor.de meint: ein Kauf, wenngleich mit der gebotenen Vorsicht. Bricht die Konjunktur wieder ein, wird es enger. Als Spezialchance aber eignet sich die Aktie.

Weitere Spezialchancen finden Sie auf unserem Portal zur "Depot-Optimierung". Hier finden sich Aktien, Optionsscheine und beste Fonds. Lesen Sie einfach, was wir Ihnen dort kostenfrei bieten.

 
 
 

Trotz hohen Verkaufserlösen: BP Aktie fällt

Was für ein Feuerwerk an den Aktienmärkten! Während die Märkte in Asien in der Nacht noch unter Druck standen, legen heute die großen europäischen und amerikanischen Indizes um 2 bis 3% zu. Einen handfesten Grund für die...


Was für ein Feuerwerk an den Aktienmärkten! Während die Märkte in Asien in der Nacht noch unter Druck standen, legen heute die großen europäischen und amerikanischen Indizes um 2 bis 3% zu. Einen handfesten Grund für die Kursrally gab es nicht. Einige Analysten verweisen auf die sehr guten Konjunkturdaten aus Europa. Auf der anderen Seite hätten dann aber auch die durchwachsenen Daten aus den USA bremsen müssen. Mein Erklärungsansatz: Heute hat das Gerücht die Runde gemacht, dass die Ergebnisse des Bankenstresstests nicht erst Freitag nach Börsenschluss veröffentlicht werden, sondern schon zu Handelsbeginn. Die erste Ankündigung, dass die Ergebnisse erst abends veröffentlicht werden, hat einige Investoren sehr nervös gemacht. Es wäre keine direkte Reaktion möglich gewesen.

Käufe und Verkäufe hätten bis Montag warten müssen. Aus Angst vor negativen Überraschungen haben Investoren daher vorab verkauft, um nicht in die „Wochenend-Falle“ zu laufen. Diese Angst-Verkäufe werden überflüssig, wenn die Ergebnisse vor Handelsschluss veröffentlicht werden. Das beflügelt den Markt.

BP-Aktie profitiert nicht vom hohen Verkaufserlös

Zu den wenigen Aktien, die heute nicht im Plus liegen, gehört der britische Öl-Multi BP. Dabei hätte die Aktie heute Rückenwind haben müssen. Gestern wurde veröffentlicht, dass BP Öl- und Gasanlagen in den USA, in Kanada und in Ägypten an den US-Konkurrenten Apache verkauft hat. Der Verkaufserlös in Höhe von 7 Mrd. USD hat die Analysten positiv überrascht. Daher war mit einem Kursanstieg der BP-Aktie gerechnet worden.

Da alle Marktteilnehmer wissen, dass BP dringend Geld braucht, um die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko finanziell zu überstehen, war mit „Notverkäufen“ gerechnet worden. Die 7 Mrd. USD entsprechen jedoch dem vorher geschätzten Wert. BP ist also noch handlungsfähig und muss das Vermögen nicht „verschenken“. Insgesamt will BP durch Verkäufe rund 10 Mrd. USD einnehmen. Allerdings schätzen Insider, dass BP auch bereit ist, Konzernteile für 20 Mrd. USD zu verkaufen, wenn die Preise hoch genug sind.

Zukunftsaussichten unsicher

Ein Belastungsfaktor für die BP-Aktie ist jedoch die unsichere Zukunft. Es ist schon auffällig und kommt – wie ich es hier im Schlussgong bereits frühzeitig angekündigt hatte – auch nicht ganz überraschend: Die US-Regierung setzt den britischen Konzern BP nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko extrem unter Druck und in der zweiten Phase können ausgerechnet US-Unternehmen die Filetstücke von BP günstig einsammeln. Ich bin sicher: Apache wird nicht die einzige amerikanische Öl-Gesellschaft bleiben, die bei BP zugreift. Es soll bereits Interessenten für BPs Öl-Aktivitäten in Alaska geben.

BP muss aber noch an einer anderen Front kämpfen. Noch ist unsicher, ob BP zukünftig neue Bohrlizenzen im Golf von Mexiko erhält. Diese Ölfelder sind die „Eingangstür“ für den wichtigen US-Markt. Wird BP aus dem Golf von Mexiko verdrängt, könnte die gesamte USA-Strategie scheitern. Das belastet die BP-Aktie.

Rolle der US-Regierung bleibt umstritten

Angesichts der aktuellen Entwicklungen bleibt die Rolle der US-Regierung weiterhin umstritten: Sollen tatsächlich nur Umweltsünden bestraft werden, oder wird die Öl-Katastrophe instrumentalisiert, um einen ausländischen Konkurrenten zu schwächen?

Wenn am Ende der Geschichte US-Gesellschaften wie Apache, Exxon oder Chevron die Gewinner der Krise sind, würde die Glaubwürdigkeit der US-Regierung im Ausland deutlich leiden. Bei den heimischen Wählern könnte US-Präsident Obama dagegen eifrig Punkte sammeln und die persönliche Bilanz etwas aufbessern.

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Siemens: Bank mit angeschlossener Elektroabteilung

Morrien schreibt für GeVestor.de

Endlich wieder ein relativ ruhiger Tag am europäischen Aktienmarkt. Die Bullen lecken sich nach dem DAX-Sturz unter die 6.000-Punkte-Marke die Wunden. Unter dem Strich verbuchte der deutsche Leitindex heute sogar ein kleines...


Endlich wieder ein relativ ruhiger Tag am europäischen Aktienmarkt. Die Bullen lecken sich nach dem DAX-Sturz unter die 6.000-Punkte-Marke die Wunden. Unter dem Strich verbuchte der deutsche Leitindex heute sogar ein kleines Plus. Ein Grund für die Erholung: Die Angst vor einem Banken-Crash weicht. Wie bereits gestern hier im Schlussgong geschrieben, müssen die europäischen Großbanken am Donnerstag (1. Juli) 442 Mrd. Euro, die sie sich vor einem Jahr geliehen haben, an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Die Angst einiger Investoren: Die Banken verfügen nicht über ausreichend Kapital.

Ich kann mich aber nur wiederholen: Das Rest-Risiko ist extrem gering. Die Banken konnten sich ein Jahr lang auf diesen Tag vorbereiten. Hinzu kommt, dass die EZB vorgesorgt hat. Heute konnten sich die Banken Kapital für 3 Monate leihen (und damit morgen einen Teil der Schulden zurückzahlen).

Da der Zinssatz extrem günstig war, rechneten Marktexperten damit, dass sich die Banken 150 bis 300 Mrd. Euro bei der EZB leihen. Die jetzt ganz frisch veröffentlichten Zahlen zeigen aber: Insgesamt 171 Banken haben sich „nur“ knapp 132 Mrd. Euro geliehen. Der Finanzbedarf war also weit geringer als befürchtet. Die Panik-Reaktion an den Börsen war gestern übertrieben.

Siemens-Pläne zeigen: Unsicherheit bleibt groß

Den großen Banken-Crash werden wir am 1. Juli voraussichtlich nicht erleben, aber die Unsicherheit bleibt in der Branche dennoch groß. In diese Richtung deuten auch die aktuellen Pläne des DAX-Konzerns Siemens.

Laut Finanzchef Joe Kaeser denkt Siemens laut darüber nach, eine eigene Bank zu gründen. Dann würde aus einem alten Scherznamen doch noch Realität: Siemens – die Bank mit angeschlossener Elektroabteilung.

Das Luxusproblem von Siemens: In der Firmenkasse schlummern 9 Mrd. Euro Barmittel. Angesichts der Finanzkrise möchte Siemens eine solche Summe nicht mehr unbedingt einer fremden Bank anvertrauen. Ein Armutszeugnis für die Finanzbranche.

Eigene Bank für viele Großkonzerne attraktiv

Siemens wäre auch nicht der erste DAX-Konzern mit einer eigenen Bank. Die Autobauer VW, BMW und Daimler haben diesen Schritt schon lange vollzogen. Wenn man etwas weiterdenkt, würden auch die prall gefüllten Kassen der Versorger und Telekom-Unternehmen eine eigene Bank rechtfertigen.

Die Vorteile: Die Krise der Geschäftsbanken könnte elegant umgangen werden, das Geld könnte im eigenen Haus bleiben und es könnten neue Finanzierungsmöglichkeiten für Kunden und Zulieferer entwickelt werden.

Das Risiko: Leichtsinniger Umgang mit Geld

Eine eigene Bank bringt jedoch nicht nur Vorteile. Die Banken der Autobauer gerieten in der Krise extrem unter Druck (denken Sie nur an die Beispiele GM und Ford). Aber Siemens kann auch auf Beispiele aus der eigenen Branche blicken: General Electric und ABB mussten mit ihren Banken stürmische Zeiten überstehen. Während das Kerngeschäft auch in der Krise halbwegs lief, zogen die Finanzsparten die Konzerne ganz tief in den Abwärtsstrudel.

Daher betont Siemens auch, dass keine Bankgeschäfte für Fremde angeboten werden sollen. Jetzt, wo die Krise noch in den Köpfen steckt, mag dieser Vorsatz stimmen.

Aber was passiert, wenn die Konjunktur 2 oder 3 Jahre richtig schön läuft und die Konkurrenz aufgrund einer „aktiven“ Finanzsparte Siemens einen Auftrag nach dem anderen wegschnappt? Dann wird die Versuchung groß sein, den Auftraggebern bei der Finanzierung der Projekte zu helfen. Und schon steigt die Crash-Gefahr in der nächsten Krise.

Wir müssen Siemens daher sehr genau beobachten und genau verfolgen, was der Konzern mit der zukünftigen Bank-Tochter anstellt.

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Rolf Morriens Kommentar: Anlagebetrug - Bis das Geld weg war, lief alles prima....

Rolf Morrien über Anlagebetrugsmethoden.

Rolf Morrien zeigt deutlich, welchen Schaden Anlagenbetrug mit sich bringt und verrät die Tricks der Betrüger!


An den europäischen Aktienmärkten war die Stimmung zum Wochenauftakt freundlich. Nachdem am Nachmittag der deutsche Leitindex eine kurze Verschnaufpause eingelegt hatte, stieg der DAX in der letzten Handelsstunde deutlich und schloss bei 6.157 Punkten. Zu den größten Gewinnern zählten dabei BASF, Infineon und MAN.

Die zwischenzeitlichen „Bremsaktionen“ kommen in letzter Zeit immer häufiger von der Wall Street. Auch heute präsentieren sich die US-Werte trotz der „Steilvorlage“ aus Europa bisher lustlos.

Diese Entwicklung ist auch nicht überraschend, wenn Sie die letzten Konjunkturnachrichten aus den USA berücksichtigen. Die US-Notenbank war in der Vorwoche ein Spielverderber und auch die US-Regierung musste die BIP-Zahlen für das 1. Quartal bereits zum zweiten Mal nach unten korrigieren.

Es ist schon auffällig, dass die stets optimistischen US-Behörden plötzlich Moll-Töne anschlagen. Zum einen kann sich das Konjunkturklima tatsächlich eingetrübt haben. Zum anderen höre ich aber aus den USA, dass hinter diesen Nachrichten eine Strategie stecken könnte.

Der Höhenflug der US-Währung ist für das Selbstbewusstsein der Amerikaner gut, für die Export-Wirtschaft jedoch ein schwerer Schlag. Und dabei ist doch die Export-Wirtschaft der große Hoffnungsträger der Obama-Regierung. Ein Export-Boom soll die Arbeitsplätze schaffen, die so dringend benötigt werden. Daher wird jetzt hinter den Kulissen gemunkelt, dass US-Regierung und Notenbank gemeinsam versuchen, die US-Währung wieder unauffällig nach unten zu drücken.

Dreist: Betrüger warnt vor den Betrügern

Ich habe hier im Schlussgong bereits mehrfach vor unseriösen Finanzhaien gewarnt, die besonders in Niedrig-Zins-Phasen mit augenscheinlich hohen Renditen locken. Da mir immer wieder Leser von zum Teil haarsträubenden Betrugsversuchen berichten, möchte ich aus aktuellem Anlass noch einmal warnen.

Denn: Vergangene Woche war es wieder einmal soweit. Georg Nauerz, Vorstand der Investmentboutique Nauerz&Noell, wurde vom Amtsgericht Kaiserslautern wegen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Etwa 700 Anleger vertrauten Nauerz mindestens 10 Mio. Euro an. Jetzt versucht der Insolvenzverwalter herauszufinden, wohin das Geld gewandert ist.

Noch zu Beginn des Jahres bekam der Betrüger großes Publikum auf dem Fondskongress in Mannheim. Unglaublich dreist: Nauerz warnte in seinem Vortrag vor Betrügern in der Finanzbranche. Jetzt sitzt er selbst in Haft und kann sich Gedanken machen, wie er das nächste Mal vor sich selbst warnt. Die alte Tarnung ist aufgeflogen.

Merkmal „Nicht Börsennotiert“ bedeutet nicht mehr Sicherheit 

Unseriöse Finanzhaie wie Nauerz locken ahnungslose Investoren oft mit hohen Rendite-Versprechen in nicht börsennotierte Zinspapiere (zum Beispiel Anleihen oder Genussrechte). Wenn Ihnen jemand stark überdurchschnittliche Zins-Renditen verspricht, sollten Sie erst einmal sehr vorsichtig sein. „Nicht börsennotiert“ bedeutet nicht, dass Ihr Investment sicherer ist, weil es keinen Kursschwankungen unterliegt (die Betrüger werben auch noch dreist mit den fehlenden Kursschwankungen).

Fehlende Kursschwankungen bedeuten, dass die Signalfunktion des Marktes nicht stattfinden kann. Sie verzichten also auf die Meinung der anderen Marktteilnehmer und verlassen sich auf die Aussagen eines Einzelnen. Der Markt liefert jedoch oft hilfreiche Signale und ist der beste Indikator für Sicherheit. Das beste Beispiel bietet hier Griechenland. Die Kurse der griechischen Staatsanleihen fielen bereits im Vorfeld der Schuldenkrise.

Der Markt verarbeitet also Informationen und drückt Risiken über den Kurs aus. Fällt der Kurs, kann das eine wertvolle Warnung sein. Ist ein Wertpapier dagegen nicht handelbar, besteht die Gefahr, dass Sie den „wahren“ Wert nicht erkennen können. Wenn ein Investment erhebliche Ausfallrisiken aufweist, ist auch eine Rendite von 8 bis 10% (zu) niedrig.

„Nicht Börsennotiert“ bedeutet auch: Vorzeitiger Ausstieg nicht möglich

Ein weiteres Problem nicht börsennotierter Wertpapiere ist die fehlende Liquidität. Wenn Sie Besitzer einer Aktie sind, können Sie über den Markt jederzeit die Reißleine ziehen und Ihr Wertpapier an der Börse verkaufen. Zeichnet sich eine Krise ab, kann so oft wenigstens ein Teil des investierten Geldes gerettet werden.

Bei nicht börsennotierten Wertpapieren wird ein Ausstieg schwer. Wo wollen Sie einen Käufer finden? Während der Laufzeit ist ein nicht börsennotiertes Wertpapier nur schwer oder überhaupt nicht zu verkaufen. Sollten Sie dann auf das Geld schnell angewiesen sein, wird es schwierig. Ein mögliches Rückkaufversprechen des Schuldners ist herzlich wenig wert, wenn der Finanzinvestor in Schwierigkeiten steckt.

Natürlich dürfen nicht alle Wertpapiere, die nicht an der Börse gehandelt werden, über einen Kamm geschoren werden. Ich möchte Sie aber aufs eindringlichste darum bitten, ganz genau hinzuschauen, wem Sie Ihr Geld anvertrauen. Die Genussrechte von Nauerz&Noell werden wahrscheinlich (nahezu) wertlos verfallen.

Rolf Morrien
Chefredakteur "Morrien's Schlussgong"

 
 
 

Notenbanken im Goldrausch

Notenbanken im Goldrausch

Die Aktienmärkte reagierten auch zum Wochenausklang sehr nervös. Zum Handelsschluss fiel der deutsche Leitindex DAX um 0,73% auf 6.070 Punkte. Nachdem der DAX am Montag das Jahreshoch nicht knacken konnte, zogen sich die Bullen...


Die Aktienmärkte reagierten auch zum Wochenausklang sehr nervös. Zum Handelsschluss fiel der deutsche Leitindex DAX um 0,73% auf 6.070 Punkte. Nachdem der DAX am Montag das Jahreshoch nicht knacken konnte, zogen sich die Bullen im Wochenverlauf zurück. Der DAX ist damit weiterhin in der Bandbreite 5.700 bis 6.300 Punkte gefangen.

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten zeigt sich Gold weiterhin sehr stark. Das Edelmetall notiert heute bei 1.255 Dollar je Feinunze und bleibt damit nahe seinem Allzeithoch von 1.265,30 USD. Wohin die Reise bei dem Edelmetall gehen wird, spaltet die Analysten in zwei Lager.

Contra Gold: Goldblase wird durch Notenbank-Eingriff platzen

Einige Experten warnen: „Am Goldmarkt entwickelt sich gerade die ultimative Blase!“ Wenn diese Blase platzt, wird Gold wieder in der Versenkung verschwinden. Als Musterbeispiel wird die Blasenbildung Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre genannt.

Damals kletterte der Goldpreis um über 300% auf 873 USD und halbierte sich dann im Wert. Auf dem niedrigen Preisniveau verharrte Gold schließlich über 20 Jahre lang. Auslöser für das Ende der Goldblase war ein Eingriff der US-Notenbank, die den Zinssatz enorm angehoben hatte. Der Leitzins stieg dabei auf über 18%.

Der aktuelle „Gold-Boom“ hat in der Tat gewisse Ähnlichkeiten mit der früheren Spekulationsblase. Richtig ist daher, dass auf dem aktuellen Preisniveau nicht mehr im großen Stil Gold gekauft werden muss. Das bedeutet aber nicht, dass der Goldpreis bereits überbewertet ist. Als Depot-Beimischung eignet sich Gold auch jetzt noch. Die momentane Situation ist nämlich mit der Goldblase von 1980 nur sehr eingeschränkt zu vergleichen. 

Pro Gold: hohe Nachfrage fundamental begründet

Während damals die Leitzinsen massiv angehoben werden konnten, um die Papierwährungen zu stützen, steht den Notenbanken diese Möglichkeit heute nicht mehr zur Verfügung. Wenn hoch verschuldete Länder für neue Kredite mehr Zinsen zahlen müssen, um die bestehenden Schulden zu bezahlen, droht schnell der Staatsbankrott. Das weiß der Markt.

Gold ist als krisenfestes Investment der Fluchtweg für die Anleger. Solange nicht sicher ist, wie die Schuldenkrise ausgeht, wird Gold weiter nachgefragt werden. Es kann im Moment noch nicht von einer Blase gesprochen werden – vielmehr ist die hohe reale Nachfrage nach Gold die Konsequenz einer unsicheren Marktlage.

Zentralbanken bauen Goldreserve aus


Ein Blick auf die Gold-Käufer zeigt: Die hohe Nachfrage wird nicht nur von verunsicherten Investoren gestützt, die ihr Erspartes nicht verlieren wollen, oder von Hedgefonds, die jeden Trend mitmachen, sondern auch von den ganz großen Spielern im Markt: Zentralbanken und Fonds.

Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten werden die Zentralbanken 2010 voraussichtlich Netto-Gold-Käufer sein. Wurden in der Vergangenheit die Goldbestände insbesondere von den Nationalbanken europäischer Länder  abgebaut, werden die Bestände jetzt massiv ausgeweitet. Speziell die schnell wachsenden Schwellenländer China, Russland und Indien kaufen im großen Stil.

Schwellenländer haben Nachholbedarf

Während viele Industrienationen bereits einen hohen Gold-Anteil als Devisenreserve besitzen, ist der Anteil in den Schwellenländern noch sehr gering. Damit die Länder im Ernstfall nicht auf wertlosem „Papier“ hängen bleiben, wird der Gold-Anteil erhöht.

Ein Vergleich macht den Aufholbedarf der Schwellenländer deutlich: Während Deutschland einen Gold-Anteil von ca. 68% an den Devisenreserven hält, liegt der Anteil in China, Russland und Indien zusammen bei unter 20%.

Fazit: Es klingt fast schon etwas monoton, aber auch beim Thema Gold kommen wir als Anleger nicht mehr an den Wachstumsmärkten vorbei. Je größer der Wohlstand in diesen Regionen, desto höher wird die Gold-Nachfrage ausfallen. Das hat nichts mit einer spekulativen Blase zu tun. Der Goldpreis wird in schwachen Phasen 20 oder 30% verlieren, aber der langfristige Trend ist nach oben gerichtet.

>> lesen Sie mehr zum Thema "Depot-Optimierung"

 
 
 

BASF: Der Chemie-Gigant bleibt auf der Überholspur

Die Aktienmärkte reagierten heute extrem negativ auf die neuesten US-Immobiliendaten. Nach Veröffentlichung der US-Daten verlor der DAX kurzzeitig fast 100 Punkte und schloss 1% im Minus. Ich möchte nicht immer der Spielverderber...


Die Aktienmärkte reagierten heute extrem negativ auf die neuesten US-Immobiliendaten. Nach Veröffentlichung der US-Daten verlor der DAX kurzzeitig fast 100 Punkte und schloss 1% im Minus. Ich möchte nicht immer der Spielverderber sein, aber erneut beurteile ich die Zahlen ganz anders als der Markt. Konkret: Die Zahlen vom US-Immobilienmarkt haben mir sehr gut gefallen. Sie waren ohne Frage extrem schlecht – dafür aber ehrlich.

Die US-Regierung unternimmt alles, um den Immobilienmarkt zu stützen (lesen Sie zu diesem Thema im Schlussgong-Archiv die Ausgabe vom 21. Juni „Die 5-Billionen-Dollar-Bombe“). Mit staatlichen Steuergeschenken und der heimlichen und offenen Unterstützung der Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae wird der Markt künstlich am Leben gehalten. Die Immobilien-Daten, die gestern und heute veröffentlicht wurden, zeigen zum ersten Mal ein realistischeres Bild von der Situation.

Das bedeutet: Der US-Immobilienmarkt erlebt eine Marktbereinigung. Das ist ein schmerzhafter Prozess. Gleichzeitig kann das aber auch die Basis für die nächste Erholung am Immobilienmarkt sein. Wenn die Stimmung am Tiefpunkt ist, wagen sich die Schnäppchenjäger aus der Deckung und beleben den Markt. Daher sind mir die heute veröffentlichten Immobilien-Daten wesentlich lieber, als die staatlich gesteuerten „Alles-wird-gut-Märchen“.

BASF kauft Cognis für 3,1 Mrd. Euro


Unternehmensnachrichten sind so kurz vor dem Quartalsende selten geworden. Für Schlagzeilen sorgte aber heute der DAX-Konzern BASF. Der Chemie-Gigant erwirbt für insgesamt 3,1 Mrd. Euro den Spezialchemiekonzern Cognis und baut damit die Weltmarktführung weiter aus.

Der Preis ist üppig, relativiert sich aber ein wenig, wenn Sie bedenken, dass in den 3,1 Mrd. Euro nicht nur der Kaufpreis enthalten ist, sondern auch die Nettofinanzschulden und die Pensionsverpflichtungen.

An der Börse kam der Deal dann auch gut an. Während der DAX über 1% verloren hat, konnte die BASF-Aktie gegen den negativen Trend leicht zulegen. Wenn die Aktionäre das Gefühl haben, dass ein Zukauf zu teuer war, folgen dagegen oft hohe Kursabschläge.

Zukäufe sind immer mit Risiken verbunden


Die Börse hat den Cognis-Kauf heute positiv aufgenommen, für ein endgültiges Urteil ist es aber natürlich noch viel zu früh. Erst in 2 oder 3 Jahren wird man sagen können, ob die Integration geklappt hat. Der DAX-Konkurrent Daimler demonstriert seit Jahrzehnten, wie man Kapital in schöner Regelmäßigkeit mit zu teuren oder strategisch nicht sinnvollen Übernahmen vernichten kann.

Cognis passt aber gut in das BASF-Portfolio. Während BASF viele zyklische Geschäftsbereiche besitzt, konzentriert sich Cognis auf Chemie-Bereiche, die nicht so stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängen (Körperpflege, Ernährung, Gesundheit). Durch den Zukauf wird das BASF-Geschäft auf eine breitere Basis gestellt.

Unabhängiges Management sorgt für Erfolgsstory


Seit 2003 analysiere ich das Chemie-Unternehmen regelmäßig und kann mich an keine große Fehlentscheidung erinnern. Im Gegenteil: Das BASF-Management hat es geschafft, langfristige Pläne zu entwickeln und gegen Widerstände durchzusetzen. Immer wieder haben Analysten und Unternehmensberater gefordert, dass Öl- und Gasgeschäft abzuspalten, weil die Börse angeblich keine „Gemischtwarenläden“ mag.

Fakt ist aber: BASF hat ge- und nicht verkauft. Heute ist das Unternehmen mit Abstand der Weltmarktführer in der Chemiebranche. Ein „schlanker“ BASF-Konzern wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Boom-Phase 2006/2007 von Finanzinvestoren übernommen und ausgeschlachtet worden. Dadurch, dass BASF immer einen eigenen Weg verfolgt hat, konnte das (bisher) verhindert werden. Schlecht für die Unternehmensberater, gut für den Wirtschaftsstandort Deutschland, der auf einen starken Weltmarktführer in einer Schlüsselbranche bauen kann. 

>> lesen Sie mehr zum Thema "Innovationen"

 
 
 

Dividendenrendite: Hoher Anstieg bei Nebenwerten

Unbemerkte Krisengewinner - Kurs ist zu niedrig

Mit gezielten Investments profitieren Sie von den hohen Dividendenrenditen. Optimieren Sie Ihr Depot.


Unbemerkt im Schatten der ebenfalls spendablen großen Unternehmen haben sich zur Zeit Nebenwerte aus Deutschland mit ungewöhnlich hohen Dividendenrenditen zurückgemeldet. Wer sein Depot optimieren möchte, findet dort Perlen.

Einfachstes Investment: ETF

Die durchschnittliche Dividendenrendite alleine im MDax liegt bei knapp 3 Prozent. Attraktiv, wie wir meinen - angesichts einer Umlaufrendite von deutlich weniger als 3 Prozent bei kurzlaufenden Bundesanleihen sind alleine die Dividenden die besseren Zinsen. Eine ETF-Investition empfiehlt auch Rolf Morrien zur Optimierung.

Beim MDax nennt er in seinem "Depot-Optimierer" ausdrücklich einen ETF-börsengehandelten Fonds. Darüberhinaus hat er Nebenwerte analysiert, die a) hervorragende Wachstumszahlen garantieren und b) auch aus Dividendensicht attraktiv sind.

Ein Beispiel: die DBAG mit einem hohen Dividendenpotenzial. Ebenfalls auf seiner Kaufliste: die Takkt AG mit einer aktuellen Rendite von knapp 5 Prozent.

GeVestor.de meint: es lohnt sich, auch diesen Markt abzugrasen. Wer wenig Zeit hat, ist bereits mit dem ETF auf den MDax bestens bedient.

Wer sich um diese Geldanlage mit Nebenwerten und deren Dividendenrendite kümmern möchte, ist herzlich eingeladen: besuchen Sie unser Optimierungs-Portal und sehen sich einfach um.

 
 
 

Staatsverschuldung: Auch Deutschland wackelt

Rolf Morrien behält den Markt im Blick

Staatsverschuldung: Auch Deutschland wackelt


Die Aktienmärkte legten heute eine Verschnaufpause ein. Die Euphorie rund um die gelockerte Währungspolitik in China ist verflogen. Die Marktteilnehmer warten jetzt auf konkrete Schritte der chinesischen Regierung. Die Meldung des Tages klingt erfreulich: Da die Steuereinnahmen wieder steigen und die Kosten für den Arbeitsmarkt wahrscheinlich geringer ausfallen als erwartet, könnte die Neuverschuldung in Deutschland im Jahr 2010 bei „nur“ 60 Mrd. Euro liegen. Die bisherigen Planzahlen gingen von 80 Mrd. Euro aus.

Es folgte die Reaktion, die folgen musste: Spontan forderten einige Politiker, dass das Sparpaket der Regierung entschärft werden müsse. Vielleicht reichen die Steuergelder sogar noch für einige Wohltaten. Diese etwas naiven Menschen übersehen aber, dass es nichts zu verschenken gibt.

Gesamtschuldenstand in Deutschland: 7,85 Billionen Euro

Die „echte“ Verschuldungssituation ist auch in Deutschland noch wesentlich dramatischer als es der offizielle Schuldenstand in Höhe von 1,7 Billionen Euro aussagt. Neben den offiziellen Schulden gibt es auch noch die verdeckten (die impliziten Schulden).

Die verdeckten Schulden berücksichtigen zum Beispiel die zukünftigen Kosten für Renten, Pensionen, oder die steigenden staatlichen Ausgaben für Gesundheit und Pflege.

Bernd Raffelhüschen, Chef des „Forschungszentrums Generationenverträge“ der Universität Freiburg, nennt in einer Studie die Summe von 7,85 Billionen Euro, die gebraucht würde, um die offiziellen Schulden zu tilgen und die Zukunftslasten abzudecken.

AAA-Rating ist objektiv kaum zu rechtfertigen

Diese gewaltige Zahl beinhaltet auch langfristige staatliche Zahlungsversprechen, aber wirft dennoch die Frage auf, ob Deutschland noch ein Rating von „AAA“ verdient hat. Die Schuldensituation spricht dagegen.

Aber welche Noten sollen die Rating-Agenturen den restlichen Ländern geben, wenn Deutschland nur ein einfaches A-Rating erhalten würde? Zwangsläufig müssten serienweise Staatsanleihen auf „Ramsch-Niveau“ herabgestuft werden. Das Rating „AAA“ kann also nur mit dem Argument verteidigt werden, dass die deutsche Schuldensituation im Vergleich mit anderen Ländern noch relativ komfortabel ist.

Politiker verlassen das sinkende Schiff: Wirtschaft für Ex-Politiker und Anleger der „rettende Hafen“ 

Die Tatsache, dass deutsche Staatsanleihen relativ sicher sind, reicht der breiten internationalen Investorenmasse, aber nicht allen Marktteilnehmern. So soll u.a. Ex-Finanzminister Peer Steinbrück öffentlich gesagt haben, dass er keine deutschen Staatsanleihen mehr kaufen würde. Der Mann war vor wenigen Jahren noch deutscher Finanzminister...

Wer an eine schnelle Eskalation der deutschen Schuldenkrise glaubt, findet im Internet einige interessante Verschwörungstheorien. So könnte der Rücktritt einiger wichtiger Politiker aus der ersten Reihe damit zusammenhängen, dass die noch halbwegs weitsichtigen Insider (Roland Koch, Horst Köhler) das sinkende (Staats-)Schiff noch rechtzeitig verlassen wollen, um den sicheren Hafen Privatwirtschaft zu erreichen.

Die heute im Schlussgong präsentierten Zahlen zur Staatsverschuldung erklären auch, warum ich mich – trotz der kurzfristigen Kursschwankungen - mit Aktien von soliden Unternehmen wesentlich wohler fühle, als mit langlaufenden Staatsanleihen.

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